Drei Touren, ein perfekter Tag: Bergbus Ausflug 2026 nach Filzmoos

Bei strahlendem Oktoberwetter und bester Stimmung fand am Samstag, den 3. Oktober 2026, die diesjährige Bergbus-Fahrt der DAV Sektion Burghausen statt. Insgesamt 33 Teilnehmer machten sich frühmorgens um 7 Uhr vom Messegelände aus auf den Weg nach Filzmoos – in die eindrucksvolle Berglandschaft südlich des Gosaukamms im Dachsteingebirge.
Vor Ort starteten drei geführte Touren mit unterschiedlichen Anforderungen, sodass für jeden Geschmack und jedes Können etwas dabei war. Alle Gruppen wurden von erfahrenen Fachübungsleitern der Sektion begleitet.

Unter der Leitung von Jutta führte die leichtere Bergtour über den Dr.-März-Weg zum Roßbrand-Gipfel (1769 m). Nach der sich anschließenden aussichtsreichen Höhenwanderung durch herrlich herbstlich gefärbte Moorheide übers Hoferegg zur Schörgialm erfolgte der Abstieg vorbei an der Moosalm zurück nach Filzmoos und mit dem Bus zur gemeinsamen Einkehr auf der Oberhofalm.

Die Gruppe mit Harald an der Spitze wanderte von der Oberhofalm zunächst steil bergauf zum Rinderfeld, wo sie auf den Linzer-Steig traf, der Gosaukamm und Dachsteinmassiv verbindet. Auf nahezu gleichbleibender Höhe ging es zur Hofpürglhütte am Südabsturz der markanten Bischofsmütze. Der Abstieg über den Lacknersteig führte zurück zu den Hofalmen.

Die anspruchsvollste Tour unter der Leitung von Angelika mit Unterstützung durch Sabine führte über einen steilen, teils ausgesetzten Pfad, der an einigen Stellen die Zuhilfenahme der Hände erforderte, zum Gipfel des Rettensteins (2247 m). Dort bot sich ein grandioses Panorama, vom nahen Gosaukamm und Dachstein über die Radstädter und Schladminger Tauern bis hin zu den vergletscherten Hohen Tauern. Der Abstieg zum Sulzenhals erforderte nochmals die volle Konzentration der Teilnehmer.

Nach den Touren trafen sich alle Gruppen zur gemütlichen Einkehr auf der Oberhofalm. Bei Sonnenschein, guter Laune und vielen zufriedenen Gesichtern klang der goldene Oktobertag stimmungsvoll aus. Alle Teilnehmer kehrten wohlbehalten zurück – ein gelungener Bergbus-Ausflug, der Lust auf die nächste Ausgabe macht.

2027 wird es zwei Bergbus-Ausflüge geben:
Winter-Bergbus am 7.2.2027 in die Kitzbüheler Alpen
Sommer-Bergbus am 3.10.2027 in die Blauberge südlich des Tegernsees im bayerisch-tirolerischen Grenzkamm

Autor: Stefan Oberneder

Bergwoche 2026 in der Niederen Tatra

Die Bergwoche vom 30. August bis 6. September in der Niederen Tatra

 

Unser Lieblings – Busfahrer, Helmut, von der Firma Brodschelm, ebenfalls aktiver Teilnehmer der Bergwoche, brachte uns jeweils am Sonntag nach Liptovsky Jan und wieder nach Burghausen zurück. Nach dem Anmeldeprozedere im Hotel, nahmen wir unsere Zimmer in Besitz, für zwei Leute etwas klein, aber für alle mit Balkon! Unterstützung erhielt Harald wieder von den Wanderführern Jutta, Sabine, Hans und Max. Wir sagen „Danke“ für euren Einsatz und die tolle Führungsarbeit bei den Touren. In diesem Jahr gab es für uns in der Tatraregion jeden Tag optimales Wanderwetter!  Die anspruchsvollsten Wege führten auf den Krivan (Hohe Tatra, 2494 m), zum Ohnište (dem größten Felsentor der Slowakei), auf den Chopok und zum Gipfel des Dumbier, dem höchsten Berg der Niederen Tatra mit 2045 m ü.d.M. Wir besuchten auch die bekannteste Schauhöhle im Demänova Tal, die Freiheitshöhle. Wir fuhren in die Hohe Tatra nach Štrbské Pleso, erstiegen den Soliško und wanderten zum Popradske – und Jamské Pleso. Auch die Westliche Tatra war Ziel eines Tourentages, hier ging es auf interessanten Wegen zum Babky und zu den Mühlen im Kvačany-Tal. Eine Fahrt ging zum Slowakischen Paradies, hier erkundeten wir über viele Leitern, Treppen und Brücken, Klammen und Schluchten und die Bergwiese Klaštorisko. Einkehrmöglichkeiten waren bei vielen Wanderungen mit eingeplant. In unserem Hotel gab es Sauna, Hallenbad und Wellness. Das Frühstücks- und Abendbuffet bestach mit frischen und regionalen Speisen. Bei dieser großen Auswahl, war für jeden Geschmack etwas dabei und es wurde auch immer wieder aufgefüllt. Die Abende klangen stets in gemütlicher Runde aus. Großer „Dank“ geht an alle Teilnehmer der Bergwoche, für ihren unfallfreien, kameradschaftlichen und hilfsbereiten Zusammenhalt. Zu guter Letzt, waren alle so begeistert und des Lobes voll, was uns Organisatoren sehr freute. Wir möchten uns bei allen Teilnehmern noch einmal herzlichst, für die überraschende Anerkennung unserer Arbeit, bedanken! Harald und Angelika!

 

Über das Schönbichler Horn – zwei Tage in den Zillertaler Alpen

Der Berliner Höhenweg zählt zu den eindrucksvollsten Höhenwegen der Zillertaler Alpen. Für uns standen am Wochenende 15./16. August zwei besonders schöne Etappen auf dem Programm: Von Parkplatz am Alpengasthaus Breitlahner zur Berliner Hütte und am nächsten Tag über das Schönbichler Horn hinunter zum Schlegeisspeicher.

Bei bestem Sommerwetter führte uns der Anstieg rund 790 Höhenmeter und 10 Kilometer durch das Zillertal hinauf zur eindrucksvoll gelegenen Berliner Hütte. Die unter Denkmalschutz stehende Hütte ist ein Erlebnis: Das große Foyer, die hohen, holzvertäfelten Räume und die historische Ausstattung lassen uns erst mal staunen. Fun Facts vom Hüttenpersonal zur Geschichte des Hauses: Im Jahr 1900 wurde eine Dunkelkammer eingerichtet, in der Bergsteiger ihre Fotos entwickeln konnten. Etwas später kamen sogar ein eigenes Postamt und eine Schuhmacherwerkstatt hinzu.

Aber genug gestaunt. Da wir nach Kaffee und Kuchen noch Zeit und Energie hatten, machten wir uns am Nachmittag noch auf den Weg zum Schwarzsee. Bei strahlendem Sonnenschein bot sich die Gelegenheit, sich im Bergsee abzukühlen.

Zurück auf der Berliner Hütte ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Bei Schweinsbraten und Käsespätzle konnten wir uns schon einmal für die deutlich anspruchsvollere Etappe am nächsten Tag stärken.

Am Drahtseil aufs Schönbichler Horn

An Sonntag Stand mit dem Schönbicher Horn auf 3.132 Meter der Höhepunkt unserer Tour an. Der Aufstieg wurde zunehmend steiler und führte uns schließlich in hochalpines Gelände mit interessanten Felsverwürfen. Besonders spannend wurde es im drahtseilversicherten Abschnitt kurz vor dem Gipfel. Hier war nicht nur Trittsicherheit gefragt – wir bekamen auch noch Gegenverkehr und mussten uns an einigen Stellen geschickt aneinander vorbeibewegen.

Oben angekommen wurden wir für die Anstrengung reichlich belohnt. Vom Schönbichler Horn hatten wir eine großartige Rundumsicht auf die Zillertaler Alpen, mit den vergletscherten Riesen wie dem Größen Möseler (3.480 m) oder dem Hochfeiler (3.510 m). Besonders beeindruckend war der Blick auf die Bergkette im Süden, die Grenze zu Italien.

Drohendes Gewitter

Allzulange konnten wir die Gipfelaussicht allerdings nicht genießen. Für den Nachmittag war Gewitter angekündigt. Beim Abstieg entschieden wir uns deshalb, auf eine Mittagspause an der Furtschaglhaus (2.295 m) zu verzichten und zügig Richtung Schlegeisspeicher weiterzugehen.

Das Timing passt: Kurz bevor wir den Speichersee erreichten, fielen tatsächlich die ersten Regentropfen. Damit hatte sich auch der Plan für ein zweites Bad an diesem Wochenende erledigt. Stattdessen entschieden wir uns für die deutlich trockenere Variante und kehrten in einem Forellenrestaurant ein.

Gut gestärkt ging es anschließend noch das letzte Stück zum Bus und vor dort zurück nach Burghausen.

Eine rundum schöne und entspannte Sommertour, mit einzigartigen Ausblicken, alpinem Nervenkitzel am steilen Gipfelaufstieg und vor allem eine sehr nette Gruppe mit Helmut, Monika, Michaela, Birgit, Renate, Carolin und Balázs.

(Bericht: Sandra Schüssel, Photos: Helmut, Sandra, Monika)

Olperer Überschreitung

Zu Dritt machten wir uns auf den Weg ins Zillertal. Vom Schlegeisspeicher begannen wir den Aufstieg zur Olperer Hütte. Dort angekommen waren wir erstmal beeindruckt von der langen Menschenschlange am Insta-Hot-Spot der Zillertaler Hängebrücke.

Wir nutzten allerdings den Nachmittag für ein sinnvolleres Vorhaben: der Suche des „neuen Zugstieges“ zum Tuxer Ferner.

Am Abend traf schließlich noch – nicht ganz zufällig – eine weitere 5er-Seilschaft aus Burghausen ein. Der Entscheidung war schnell getroffen, dass man sich am nächsten Tag gemeinsam auf den Weg machen würde.

Pünktlich um 5 Uhr standen alle bereit. Die ersten 1,5 Stunden kamen wir problemlos voran. Dann begann die Suche nach dem “neuen Weg“. Diese Suche führte uns durch wegloses, steinschlaggefährdetes, teilweise exponiertes Gelände. Hier blieb viel Zeit auf der Strecke, während wir unten am „alten Weg“ die anderen Bergsteiger gemütlich vorbeimaschieren sahen.

Irgendwann standen wir doch am Tuxer Ferner. An diesem Abschnitt ist nicht mehr viel von der ursprünglichen Bergwelt zu sehen: Wir fanden uns zwischen denmit Planen verhüllten Schneeresten und der mit Zivilisationsabfällen gespickten Skipiste wieder.

An der Wildlahnerscharte. wurde es wieder spannend: ein 40 Grad steiles, mit Spalten gespicktes Blankeiswandl gab es zu überwinden. Ausgerüstet mit vielen Eisschrauben konnten wir uns alle gemeinsam in drei Seillängen bis zum Felseinstieg hoch arbeiten.

Hier begann eine schöne abwechslungsreiche Kletterei. Teilweise unterstützten uns Metallbügel (sog. Entenschnäbel) beim Kraxeln. Dennoch war es sinnvoll den weiteren Aufstieg mit Seilsicherung zu gehen. Es war zu ausgesetzt. Etwas Stress verursachte in der Zwischenzeit ein einzelne drohende Gewitterwolke, die sich über uns festsetzte – aber zum Glück dann doch weiter zog.

Am Gipfel angekommen, hielten wir uns aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nicht lange auf. Der Riepengrat für den Abstieg lag noch vor uns und verlangte auch noch unsere volle Aufmerksamkeit.

In angenehmer Kletterei kamen wir bis zu einer Abseilstelle. Von hier gelangten hier wir schnell auf den sogenannten Schneegupf. Im Anschluss an der Schneefeldquerung suchten wir uns wieder durch gefühlt endloses Blockgelände bis hinunter zum Wanderweg der uns zur Hütte leitete.

Hier gab es für alle noch eine schnelle Stärkung und einen Olperer-Gipfel-Schnaps vom Wirt. Die letzte Stunde Abstieg stand uns noch bevor. Kurz nachdem wir mit unserem schweren Gepäck am Auto ankamen, begann es schon leicht zu regnen.- Was haben wir für ein Wetterglück!

Vielen Dank Martin für die hervorragende Führung der Tour. Dank auch an allen Mitstreitern: Helmut Felicia, Andi, Franziska, Katharina und Jonas. Es war mir ein Vergnügen mit Euch. Und ich behaupte, diese einmalige, abwechslungsreiche und fordernde Tour wird uns allen in Erinnerung bleiben.

Was wir heute gelernt haben:

  • Eine vermeidliche 6-7 Std Tour kann sich in Null-Komma-Nichts auf die doppelte Zeit hinziehen, wenn die Umstände entsprechend sind
  • Nicht jedem Geheimtipp eines Hüttenwirtes über die Wegfindung muss man Glauben schenken
  • Wetterglück ist oft essentiell für das Gelingen einer Tour – wir hatten an dem Tag unglaublich viel Glück.

(Text: Monika Hofmeister, Photos: Martin Peuckert, Andi Grünwald, Monika Hofmeister)

Hochtouren rund um die Martin-Busch-Hütte im Öztal

Aus verschiedenen Richtungen reisten wir an. Pünktlich am Start standen  in Vent: Ludwig und Silke, Philipp, Woife, Lorenz, Luisa, Andrea, Helmut, Monika und Gabriel, unser „Gastbergsteiger“ aus Franken.  Und schon begann der lange Hatscher bis zur Hütte. Die 9 km bei geringer aber stetiger Steigung müssen erst überwunden werden.

Den Rest des Nachmittages hatten wir noch Luft für Entspannung, Kaffee und Kuchen und schließlich ein hervorragendes Abendmenü. Hier zeigte sich das erste mal, dass unsere Gruppe sehr pflegeleicht und homogen war: alles Fleischesser – also Einheitsessen für alle 😊

Der Morgen danach: Auf dem Plan: der Similaun (3606m)! Nach flottem Frühstück war auch schon Abmarsch. Hinter der Hütte überquerten wir den Niederjochbach (potentielles Badeplatzerl) auf dem Weg zum Marzellkamm. Zügig gewannen wir an Höhe.  Und bald standen unsere Füße auf dem Niederjochferner. Also packten wir Steigeisen, Pickel und Seile aus, reihten uns auf. In zwei Seilschaften erreichten wir den Gipfelgrat.

Bei recht heftigem Wind, quasi null Sicht kraxelten wir am frisch überzuckerten Grat hoch. Nach dem obligatorischem Gipfelbild mit weiß-grauen Hintergrund in alle Himmelsrichtungen erfolgte ein schneller Rückzug. Es lockte die Similaunhütte, die wir trotz des kleinen Umweg anpeilten. So saßen wir dort beim warmen Süppchen einen Regenschauer aus bevor der Abstieg zur Martin-Busch-Hütte anstand.

Der Nächste Morgen: Der Plan: Hintere Schwärze  (3624 m). Der vierthöchste Berg der Öztaler  Eine recht lange Tour soll es sein.  Heute wird uns den ganzen Tag die Sonne begleiten. Auf bekanntem Weg ging es erst 300 hm hoch Richtung Marzellkamm. Der Blick fällt nun auf den Marzellferner in seiner ganzen Größe. Da sich auch hier der Gletscher schon stark zurückgebildet hat, führen uns die nächsten 150 m zunächst wieder abwärts bis zur Gletschermoräne.

Von hier steigen wir auf Steigeisen recht steil und recht blank wieder aufwärts. Im oberen Teil des Gletschers konnten wir uns in mehr oder weniger tragender Schneeauflage hoch arbeiten. Der Gipfelgrat zeigte sich hier sehr schottrig und ausgesetzt. So forderten die letzten Meter noch die  volle Konzentration.

Für den oberen Teil des nun folgenden Gletscherabstieg gab es noch das „Welless Progamm“ vom Ludwig: Während wir gemütlich Pause machten, legte er uns ein Fixseil über die steilste Stelle. Und so konnten wir entspannt am Seil gesichert hinunter laufen.

Der Folgende Morgen: Der Plan: Abschlusswanderung auf Kreuzspitze (3455 m) Mit leichten Gepäck startete unser Trupp wieder zügig los. Und kurze Zeit später standen wir schon auf dem Gipfel der Kreuzsspitze. Die Top-Aussicht hier genossen wir kaum. Es war windig und kalt. So zog es uns schnell wieder hinunter in den Schutz der Hütte.

Nachdem  das  gesamte Gerödel wieder in die Rucksäcke gestopft war, ging der lange Marsch talauswärts los, wieder die 9 km, den zachen, langen Forstweg.

Aber irgendwann standen alle mit warm  gelaufenen Sohlen an den Autos.

Schön wars wieder! Danke Ludwig und Silke für die Top Vorbereitung und Führung. Und danke an alle für die so angenehme Gesellschaft Bis zum nächsten mal!

Bericht: Monika Hofmeister

Photos: Ludwig Pichlmeier, Helmut Auer, Andrea Stamberger, Monika Hofmeister)

Rund um den Großglockner: Grundkurs Eis- und Hochtouren

 

Abkühlung in der Eisspalte gefällig? Im fünftägigen Grundkurs „Eis und Hochtouren“ lernten wir alle Basics, die man am Gletscher braucht: Gehen mit Steigeisen, Seiltechnik, Spaltenbergung und den Umgang mit Pickel und Eisschrauben. Zudem standen zwei Übungstouren in der beeindruckenden Gletscherwelt der Hohen Tauern auf dem Programm.

Kurve um Kurve schlängelt sich der Vereinsbus die Großglockner Hochalpenstraße hinauf. Mit jedem Ausblick auf die Gipfel steigt die Vorfreude auf die Abenteuer, die uns in den nächsten Tagen in Eis und Schnee erwarten. Von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, unserem Startpunkt, gehen wir durch die Tunnelsysteme der ehemaligen Hofmannshütte über den gut ausgebauten Gamsgrubenweg bergauf über einen Wasserfall und Gletscherschliffplatten.

Am Rande der Pasterze heißt es dann: Steigeisen anschnallen – erster Probegang übers Eis. In unseren ersten Seilschaften zeigt sich: Die Fitnesslevel in unserer bunten Truppe passen zusammen, wir kommen gut voran. Bald haben wir die etwa 5,5 km und 700 zur Oberwalder Hütte (2.973 m) geschafft. Nach einem Linsen-Dal zum Abendessen, einer Runde Materialkunde und dem ein oder anderen Gösser Bier sind wir müde genug, um im 12er-Schlaflager ein Auge zuzudrücken

Auf einen Schwatz mit den Oberwalder Hüttenwirten Janelyn und Bernd Fürhapter

Wusstet ihr, dass…

…die Hüttenwirte jeden Tag ca. 25 Vollkornbrote selbst backen?

…ein Hubschrauber alle 10 Tage Lebensmittel bringt?

…jedes Jahr 5-6 Tausend Gäste die Hütte besuchen (geöffnet von Juni bis Mitte September)?

…der Hüttenwirt nach eigener Einschätzung in der Nacht nur 4 bis 5 Stunden schläft?

 

Spaltenrettung im Team

Am Samstag üben wir zunächst Knoten: Sackstich, Prusik, Achter, Schmetterling. Tourleiterin Tina Blümlhuber zeigt uns, wie man Seilschaften aufbaut und welche Abstände und wie viele Bremsknoten bei Dreier- bis Sechserseilschaften angeraten sind. Als dann der zweite Hochtourleiter Klaus Schmidt gegen Mittag auf der Hütte ankommt, geht es los in die Pasterze.

Zunächst über den schroffen Rücken des Großen Burgstalls, wo der Zwerg-Enzian die Blüten zur Sonne reckt, dann über den Firn in die Gletscherwelt. Highlight des Tages: Spaltenrettung üben. Trauen sich alle, in die bis zu 15 m tiefe Gletscherpalte zu springen? Ja, geht – weil man sich nach guter Anleitung durch Tina und Klaus auf seine Seilschaft verlassen konnte.

Neben dieser Rettung in Dreierseilschaft üben wir auch noch den Mannschaftszug.

 

In der Seilschaft zum Johannisberg

Eine Tour zum Johannisberg (3.453 m) – das ist unser Programm für Sonntag. Der Gipfel thront nach wie vor als weiß blendender Firndom über den Gletscherfeldern der Pasterze. Wir perfektionieren unsere Seilschaften und schaffen es immer besser, gleichmäßig zu gehen. Hauptgefahr ist der Einbruch in eine unsichtbare Spalte unterm Firn, deshalb soll das Seil zwischen den Personen immer leicht gespannt sein. Am Gipfel erwartet uns eine phänomenale Aussicht auf die Nordwand des Großglockners – Pallavicinirinne, Teufelshorn und Glocknerwand inklusive.

Zurück in der Hütte üben wir noch Selbstrettung – ganz praktisch, dass wir hier die Feuerleiter an der Hütte nutzen können. Mit strammen Beinmuskeln und Übung gelingt die Rettung aus eigener Kraft: Eine Reepschnur mit Prusik am Seil anbringen, dann mit einer zweiten Reepschnur eine Trittschlinge bauen. Man drückt sich dann mit den Beinen durch und bewegt die Pusik-Schlingen mit nach oben. Uff, geschafft!

Toter Mann und Eisklettern

Montag, der Abenteuer-Tag. Wir üben an einem Eishang ein weiteres Mal die Spaltenrettung. Dieses Mal mit der Technik „Toter Mann“, eine Sicherungsmethode im Schnee, bei der ein quer eingegrabener Gegenstand, in unserem Fall der Pickel, als massiver Fixpunkt dient, um Personen zu sichern oder aus einer Gletscherspalte zu ziehen. Erstaunlich, wie viel Last der eingegrabene Pickel samt Schlinge aufnehmen kann.

Danach führt uns Klaus sicher durch das Labyrinth aus tiefen Gletscherspalten. Wir sehen eingebrochene Firnbrücken und prüfen mit den Stöcken, was noch trägt. Wir tauchen ein in eine völlig andere Welt aus Eis und Schnee mitten im Hochsommer. Jahrhunderte alte Eisberge türmen sich vor uns auf. Wir fragen uns, wie lange diese einzigartige Landschaft noch Bestand haben wird. Klar sichtbar sind auch die schwarzen Schmutzpartikel im Firn – Luftverschmutzung lässt grüßen.

Mein persönliches Highlight ist das Eisklettern. An einer 10 Meter hohen, nahezu senkrechten Wand aus Firn und Eis hauen wir die vier vorderen Zacken der Steigeisen ins Eis. Meter um Meter arbeiten wir uns mit zwei Pickeln Top-Rope-gesichert nach oben. Ein wunderbares Gefühl, oben anzukommen und auf die glänzende Firnfläche zu schauen.

Am Abend üben wir den Flaschenzug mit Gardaklemme. Für den Aufbau werden zwei baugleiche Karabiner benötigt. „Wie würdest du das jetzt aufbauen?“, mit didaktischem Geschick bringen uns die Tourführer den recht komplexen Aufbau Schritt für Schritt nahe.

Rutschen am Vorderen Bärenkopf

Am Dienstag steht noch eine kurze Tour zum Vorderen Bärenkopf (3248 m) auf dem Programm. Ich darf die Seilschaften dieses Mal anführen – und nehme mit, dass langsam und gleichmäßig gehen am Ende mehr bringt als zu schnell loszugehen und mitten am Hang in der Höhenluft außer Atem zu sein. Am Gipfel angekommen, nutzen wir das obere, steilere Stück, um das Rutschen auf Eis zu üben. „Keinesfalls mit den Steigeisen bremsen, sonst überschlagt ihr euch“, rät Klaus. Und dann geht es bäuchlings den Berg hinab, bis der Pickel Halt im Eis gefunden hat.

Gegen Mittag heißt es dann Abschied nehmen von der Hütte. Diesmal gehen wir nicht den Weg über den Gletscherrücken, sondern über den gut gesicherten Klettersteig zurück zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

Eine wunderbare Tour, die perfekt vorbereitet und durchgeführt wurde von den beiden Tourleitern Tina und Klaus. Danke, dass ihr euer Wissen weitergegeben habt!

Mit von der Partie waren: Irmi, Bene, Ivo, Kai, Jenny, Andrea, Anna, Julia, Maxi, Lorenz, Michael, Sandra sowie die Tourleiter Tina und Klaus.

Bericht: Sandra Schüssel

Photos: Teilnehmer

Wegsanierung rund um die Gleiwitzer Hütte

Die Gleiwitzer Hütte liegt in den Hohen Tauern, im nordöstlichen Bereich von Wiesbachhorn und Hohem Tenn, und befindet sich im Besitz der DAV Sektion Tittmoning. Um das weitläufige Wegenetz rund um die Hütte instand zu halten, erhält die Sektion zu Saisonbeginn Unterstützung von anderen DAV Sektionen. Dabei werden die Wege kontrolliert und Schäden, die vor allem durch den Winter oder starke Niederschläge entstanden sind, ausgebessert oder freigeschnitten.
Vom 26. bis 28. Juni waren sechs Mitglieder der Sektion Burghausen auf der Gleiwitzer Hütte im Einsatz. Es war das bisher heißeste Wochenende des Jahres, mit Temperaturen von bis zu 40 °C im Tal – entsprechend schweißtreibend gestalteten sich die Arbeiten, auch wenn die Höhenlage zwischen 1800 und 2300 m sowie eine gelegentliche leichte Brise etwas Erleichterung boten. In zwei Dreiergruppen wurden der Steig von Kaprun zur Gleiwitzer Hütte über die Brandlscharte (2371 m) ausgemäht sowie die Wassergräben zur Ableitung von Regenwasser nachgezogen oder erneuert.
Nach getaner Arbeit versorgte uns die neue Hüttenwirtin Silke mit reichlich Essen und Getränken. Trotz der fordernden Bedingungen waren alle zufrieden und guter Dinge – und versprachen, auch Ende Juni 2027 wieder mit anzupacken.
Denn ehrenamtliche Arbeit für die Bergsteiger Gemeinschaft, gemeinsam mit geselligen Gleichgesinnten in einer großartigen Umgebung, macht Freude und stiftet tiefe Zufriedenheit. Dennoch würden wir uns über weitere Mithelfer freuen – denn viele Hände erleichtern die Arbeit erheblich.

Alpenwanderer erkunden die Wildschönau

Tag 1: Wie gewohnt ging es an einem Dienstag um 6:30 h vom Bahnhof in Burghausen los Richtung Hopfgarten im Brixental. Nur dieses mal mit Gepäck für drei Tage. Nach knapp 2 Stunden erreichten wir den Parkplatz in Oberau, wo uns Ludwig und Edeltraud Pichlmeier begrüßten. In ihrer „2. Heimat“ hatten sie drei Touren geplant.
Die erste Tour, die Überschreitung nach Kelchsau, begann gleich am Parkplatz, führte im schattigen Wald aber auf recht steilen Pfad bergan. Die schon recht hohen Temperaturen ließen uns schwitzen. Aber der Roßkopf (1.731 m) empfing uns mit einer kühlen Gipfelbriese. Von hier war das vom winterlichen Skibetrieb geprägte Umfeld gut zu betrachten und der Blick ging weit über die Hohe Salve und Kaisergebirge hinaus. Vorbei am Halsgatterl (legendär, wie die Wildschönauer die Pest überlebten) und das Markbachjoch ging es steil herunter zu unserer Unterkunft „Mamoosenhof“ in Kelchsau. Unsere Fahrer Ludwig, Heinz und Angelika boten erstklassigen Service und holten nach einem erfrischenden Getränk auf der Terrasse die Autos und unser Gepäck.

Tag 2: Die Wetteraussichten „versprachen“ einen heißen Tag, daher starteten wir früh. Ziel war der „Torhelm“ (2.494 m) im Langen Grund. Zunächst Schotterstrasse aber dann kleine Pfade führten hinauf zur Öfeleralm. Auf knapp 2.000 m waren die Temperaturen angenehm und wir waren „berauscht“ vom Almenrausch, der in voller Blüte stand und die Hänge rot färbte. Das letzte Stück war von leichten Blockgelände und von einem kleinen Schneefeld geprägt. Der Gipfel belohnte uns mit einer kühlenden, dunklen Wolke und einer fantastischen Aussicht auf die schneebedeckten Zillertaler Alpen. Auf dem Rückweg gab es noch Gelegenheit ein wenig zu botanisieren und zu erfahren, wie kalt ein Bergsee auf rund 2.000 m ist. Nach dem Abendessen im Hotel war musikalische Unterhaltung geboten. Anfänglich skeptisch, überzeugten uns die Musiker mit ihrem Können und es wurde sogar getanzt.

Tag 3: unser Ziel war der Kurze Grund und die Neue Bamberger Hütte. Anfangs schattig im Wald an der Kurzen Grund Ache mit kleinen Wasserfällen entlang, erreichten wir nach knapp 2 h die Bamberger Hütte. Eine Gruppe ging weiter Richtung Schafsiedel (2.447 m), die andere nutzte die Zeit für eine Wellness-Muße-Stunde am wunderschön gelegenen Wildalmsee. Die Strecke zum Schafsiedel zog sich doch länger hin als gedacht, so dass wir beschlossen vorzeitig umzudrehen, um auch noch Zeit für ein kühlendes Bad im Wildalmsee zu haben. Es war purer Luxus mit klarem, erfrischendem Wasser und einem einmaligen Blick von der Wasseroberfläche auf die Zillertaler Alpen. Bei der Einkehr in der Neuen Bamberger Hütte genossen wir den guten Kuchen und den gut gelaunten Hüttenwirt, der uns die Tiroler Schöpfungsgeschichte näherbrachte.
Problemlos kamen wir gut gelaunt und mit vielen schönen Eindrücken aus der Wildschönau im Kopf am frühen Abend wieder in Burghausen an.

Herzlichen Dank an Ludwig für die Organisation von Unterkunft, Tourenprogramm und -leitung sowie die ausgeklügelte Ampel-Logistik. Danke an Angelika für Tourenleitung und Fahrdienst und an Heinz für seine Fahrdienste mit seinem Auto. Danke an alle Teilnehmer für ihre stets gute Laune und Wanderlust.

Gemeinschaftstour mit dem DAV Teisendorf: Die Überschreitung des Steinberges in den Berchtesgadener Alpen

Ein heißer Sommertag war angesagt  mit Gewitterwarnung ab Mittag.  Somit hatten wir durchaus Sorge, dass diese Voraussetzungen uns  bei der recht exponierten Tour ausbremsen könnten.

Aber es kam anders…

Pünktlich um 8 Uhr standen sechs Burghauser und sieben Teisendorfer DAVler am Parkplatz Hintersee. Nach kurzer Vorstellungsrunde marschierten wir los. Die Wahl des Anstiegs fiel auf den „alten Steig“. Abseits des Touristenstroms gelangten wir schattig , steil und abwechslungsreich bis zur Blaueishütte.

Nach kurzem Stop für Photos und zur Auffüllung des Getränkevorrates führte uns der Weg ins Blaueiskar. Hier waren nicht nur wir, sondern auch einige Kletterer und viele Schärtenspitz-Asprianten unterwegs.

Nach dem Abzweig zum Steinberg waren wir wieder nahezu alleine unterwegs. So zog unsere kleiner „Pilgerzug“ durch das plattige Gelände hoch bis zu unserem Gipfel. Eine ausgiebige Rast beim lauen Lüftchen und herrlicher Rundumsicht war nun angesagt.  Von der angesagten Hitze im Tal war hier oben nichts zu spüren.

Abgestiegen sind wir nordseitig zuerst durch felsdurchsetzte Latschenpfade, später durch bewaldetes und nach wie vor  steiles Gelände. Lang erwartet, nach vielen weiteren konzentrierten Schritten standen wir schließlich vor der Schärtenalm – und Sekunden später am Tisch der Terrasse hinter Bier, Kuchen und Kaffee.

Der letzte Programmpunkt des Tages stand noch bevor: Der Sprung zur Regeneration in das immer frische Wasser des Hintersees.  Hier hatte mich erfreulicherweise meine komplette Gruppe begleitet!  Erwähnen möchte ich auch noch, dass die angedrohten Gewitter nach wie vor nicht angekommen waren!

Ein wunderbarer Bergtag ging nun dem Ende zu.

Es war mir eine Freude mit Euch unterwegs zu sein. Vielen Dank auch an Bettina Köllerer vom DAV Teisendorf für die gemeinsame Tour. Eine harmonische Gruppe mit neuen Kontakten fand sich zusammen.   Es ist definitiv eine Fortsetzung der  Gemeinschaftstouren geplant. Mal sehen, wo es uns nächstes Jahr hinziehen wird…

Sommerrunde mit Rudersburg

Die Wetterprognosen stuften den 20.Juni als sehr heißen Tag mit Gewitterneigung, ab 13.00 Uhr, ein! Dennoch rollte am Morgen, dass mit gut gelaunten Wanderern, fast voll besetzte DAV-Mobil, Richtung Schleching. Der Aufstieg durch nordseitige Wälder war zu 2/3 zu einer breiten Forstraße geworden, so dass es doch ein ganz schön sonniger Weg war. Nur im oberen Drittel, gab es schöne Bergpfade und Wiesen.

Schnell erreichten wir den sehr aussichtsreichen Gipfel, der uns sogar einige schattige Pausenplätze bot. Auch das 360°- Panorama zeichnete sich klar vom strahlenden Sommerhimmel ab. Es sah phantastisch aus und reizte uns, viele Fotos zu machen.

Der Abstieg zur Naringalm, dem heimlichen Hauptziel der Tour, ging recht schnell. Hier wurden wir von den Almwirtinnen mit opulenten Brotzeiten und genügend kühlen Getränken bedient. Der Weg hinunter nach Kössen-Staffen, durch schattigen Mischwald, war recht erholsam. Extrem heiß, war dann der eine km Asphaltstraße, hinüber zum Eingang in die Entenlochklamm.

Sehr eindrucksvoll und meist schattig ging es auf dem Schmugglerweg zum Rudersburger See. Von hier hatten wir noch einmal einem tollen Blick zu unsrem Gipfel zurück. Das AV-Mobil war perfekt geparkt und dadurch nicht aufgeheizt. Nach dieser langen Tour, gönnten wir uns noch ein kurzes und erfrischendes Bad im Tüttensee. Wir kamem zur angepeilten Zeit wieder in Burghausen an und das vorausgesagte Gewitter gab’s gar nicht! Heiß war es schon, aber schön auch, vielen dank an Alle die dabei waren!

Text und Fotos: Harald Wagner