Klettersteigkurs im Dachsteingebirge
Auf dem Stahlseil hoch über dem Gosausee: An drei Tagen vermittelten Angelika Egerter und Silke Kainzmaier beim Einsteigerkurs die Grundlagen des Klettersteiggehens. Die Touren führten uns in den Klettersteigpark Gosau und an den Vorderen Gosausee.
Am Freitag reisten wir mit zwei Autos von Burghausen nach Gosau. Unser Quartier, das Haus Liesenfeld, begeisterte uns auf Anhieb: Ein gemütliches Holzhaus mit Panoramasicht auf den Gosaukamm.
Nach dem Einrichten machten wir uns unter Angelikas Anleitung mit Klettergurt, Klettersteigset und Sicherungstechnik vertraut. Anschließend gings zum recht einfachen Max-und-Moritz-Klettersteig – einer der wenigen Steige, die von beiden Richtungen begehbar sind. Dieses Jahr gingen wir den Weg von der anderen Seite. Und dann ab in den Fels: Karabiner richtig umhängen, genügend Abstand halten und dabei die passenden Tritte finden. Bis die Handgriffe flüssiger wurden, brauchte es einige Wiederholungen.
Aus den Beinen klettern
Am Samstag kam Silke dazu. Mit zwei Guides konnten wir dann die Schwierigkeit steigern. Gemeinsam nahmen wir den Schmiedsteig in Angriff, der durch die Wandbereiche oberhalb des Gosauer Stausees führt und Passagen bis zum Schwierigkeitsgrad C bietet. Schon der steile Einstieg verlangte unsere ganze Aufmerksamkeit.
Hier wurde deutlich, wie viel die richtige Technik ausmacht. Angelika und Silke zeigten uns, besser aus den Beinen hochzudrücken, statt uns mit den Armen hochzuziehen. Möglichst lange, gestreckte Arme helfen zusätzlich, Kraft zu sparen. Ein Teil unserer Gruppe überquerte außerdem auf einem Stahlseil eine Schlucht. Das war ein erster Test für die Schwindelfreiheit – und ein Vorgeschmack auf die längere Seilbrücke am nächsten Tag.
Über dem Wasser des Gosausees
Am Sonntag freuten wir uns auf den Laserer-Alpin-Klettersteig am Vorderen Gosausee. Die rund 420 Meter lange Runde verläuft zunächst an einer Steilwand direkt am See. Über die Himmelsleiter gelangt man in die Felsplatten oberhalb des Uferwegs. Der Steig hat einzelne Stellen im Schwierigkeitsgrad C und bietet eindrucksvolle Ausblicke auf See und Dachstein. Zahlreiche Tritte und Bügel halfen uns durch die anspruchsvolleren Abschnitte. Wegen einer Gruppe vor uns mussten wir mehrfach länger warten. Dabei blieb immerhin Gelegenheit, die Landschaft zu genießen. Etwa auf halber Strecke nutzte ein Teil unserer Gruppe den Ausstieg auf den Wanderweg, auch wegen der Verzögerungen.
Highlight Seilbrücke
Mein persönlicher Höhepunkt war die ca. 20 Meter lange Seilbrücke: eine der wenige einseiligen Brücken mit einem Halteseil und mit freiem Blick auf den kristallklaren Bergsee und die umliegenden Berge. Für einen Moment fühlte es sich tatsächlich ein wenig nach Schweben an.
Beim gemeinsamen Abschiedsessen im Gasthaus am See ließen wir das Wochenende ausklingen. Besonders schön war das Miteinander in unserer bunt gemischten Gruppe aus jung und alt. Auch meiner 15-jährigen Tochter Helena hat´s prima gefallen. Wir nahmen Rücksicht aufeinander und freuten uns gemeinsam über gemeisterte Stellen.
Angelika und Silke vermittelten uns eine sehr gute Grundlage für einfache bis mittelschwere Klettersteige. Das macht Lust auf mehr!
Text und Fotos: Sandra Schüssel










